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„Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung, der wir uns gern stellen“

Tiziana Mauri macht mit ihrer Arbeit als Leiterin der Serienprojekte in der Abteilung Color & Trim deutlich, was Audi mit „Let’s make sense“ meint.

17.09.2021 Text: Nadia Riaz-Ahmed - Foto: Dirk Bruniecki - Film: Nadia Hallgren Lesezeit: 4 min

Frau Mauri, in dem Film „Let’s make sense“ diskutieren Sie mit Modedesignerin Stella McCartney über den vermeintlichen Widerspruch zwischen nachhaltigen Materialien und Premiumqualität. Was haben Sie aus diesem Gespräch mitgenommen?

Stella und ich teilen dieselbe Auffassung von Nachhaltigkeit und Premiumqualität. Beides sind Eckpfeiler unserer Arbeit, die in keinerlei Widerspruch zueinander stehen. Ein nachhaltiger Ansatz gehört für mich vielmehr zu dem für uns typischen Qualitätsanspruch. Nachhaltigkeit wertet Design zusätzlich auf und ist fest in der Ästhetik und im Ethos von Audi verankert. 

 

Aber wie macht man Design nachhaltig? Wie läuft der kreative Prozess ab?

Um ein Farb- und Materialkonzept zu definieren, ermitteln wir zunächst allgemeine Trends und tragen auf Moodboards Ideen und Inspirationsbeispiele zusammen. Auch aus der Modebranche holen wir viele Impulse. Dann erarbeiten wir anhand des Konzepts eine konkrete Farb- und Materialpalette, die wir im Lauf eines vierjährigen Entwicklungsprozesses bis zur Marktreife perfektionieren. Was die Entwicklungszyklen angeht, ist die Modeindustrie ganz klar agiler und flexibler unterwegs als die Automobilbranche.

 

Ihre Arbeit kann man also buchstäblich „progressiv“ nennen?

Die Herausforderung für uns besteht darin, die Wünsche unserer Kunden nicht nur zu ermitteln und zu verstehen, sondern auch für die Zukunft zu antizipieren. Nachhaltigkeit ist ein Aspekt, den sich unsere Kunden ausdrücklich von uns wünschen. Dass sie unsere Haltung teilen, motiviert mich persönlich sehr.

Die Herausforderung für uns besteht darin, die Wünsche der Kunden nicht nur zu verstehen, sondern auch zu antizipieren.“

Tiziana Mauri

Muss man für Nachhaltigkeit Abstriche bei Qualität oder Ästhetik machen? Wodurch sind Sie in Ihrer Arbeit limitiert? 
Man muss nicht zwangsläufig Abstriche machen. Wenn man den Prozess zielstrebig und ambitioniert angeht, entsteht am Ende sogar ein besseres Produkt. Nachhaltigkeit ist eine große Herausforderung, der wir uns aber gern stellen. Wir möchten unseren Kunden etwas bieten, das ebenso authentisch wie hochwertig ist. Indem wir die Nachhaltigkeitsgeschichte hinter unseren Materialien erzählen, können wir die Verbindung zu unseren Kunden stärken. Wie viel Arbeit wir tatsächlich investiert haben, damit man sich in einer lederfreien Innenausstattung rundum wohlfühlt, dürfte den meisten Menschen so gar nicht bewusst sein. 

 

Welche nachhaltigen Materialien kamen für den Audi e-tron GT quattro und den Audi RS e-tron GT zum Einsatz?

Bei unserer Arbeit in der Abteilung Color & Trim geht es weder allein um Außenfarben und Pigmente noch allein um Leder und Stoffe. Die Aufgabe besteht darin, das richtige Zusammenspiel zu finden. Für den Innenraum der beiden Modelle bieten wir zwei lederfreie Designpakete an. Dafür haben wir einen ganz neuen Stoff mit einem hohen Materialanteil an Polyesterfasern entwickelt, die aus recycelten PET-Flaschen und Teilen von industriellen Produktionsabfällen hergestellt werden. Wir haben uns auch entschieden, den Stoff nicht chemisch zu färben, sondern in der natürlichen Textilfarbe anzubieten. Mit den für den Audi e-tron GT quattro und Audi RS e-tron GT genutzten Materialien zeigen wir, wohin die Reise beim Thema Nachhaltigkeit gehen soll. Das wollen wir für die Zukunft.

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch kombiniert*: 20,2–19,3 kWh/100km (NEFZ); 22,5–20,6 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch kombiniert*: 20,2–19,3 kWh/100km (NEFZ); 22,5–20,6 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Eine Auswahl verschiedener Materialien auf einem Tisch.
Die Arbeit bei Color & Trim dreht sich weder allein um Außenfarben und Pigmente noch allein um Leder und Stoffe – sondern um das richtige Zusammenspiel.

Tiziana Mauri

Tiziana Mauri ist mit Leidenschaft Designerin und kann auf fast 20 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche zurückblicken. Nach ihrem Abschluss in Industriedesign begann sie ihren Berufsweg zunächst in der Designabteilung eines italienischen Automobilherstellers. Im Jahr 2010 wechselte sie nach Deutschland zu Audi Konzept Design München. Dort arbeitete Mauri an Konzeptfahrzeugen und Showcars verschiedener Marken und gewann so umfassende Einblicke in den Volkswagen Konzern. Seit 2012 übernimmt sie die Koordination von Serienprojekten der AUDI AG, 2019 wurde sie Leiterin der Serienprojekte in der Abteilung Color & Trim. 

Werfen wir einen Blick zurück: Wie sind Sie zu Audi gekommen?

Ich habe am Polytechnikum in Mailand Design studiert und mich anfänglich vor allem für Produkte interessiert. Im Jahr 2004 habe ich dann aber mit gerade mal 21 Jahren meine erste Stelle in der Automobilindustrie angetreten, als Designerin bei einem italienischen Automobilhersteller. Von Farben und Materialien fühlte ich mich direkt angezogen. Ich erkannte darin eine tolle Möglichkeit, den Kunden der Automobilbranche etwas Besonderes zu bieten. In diesem Bereich habe ich mich so wohl gefühlt, dass ich den eingeschlagenen Weg auch weitergehen wollte. Bei Audi bin ich seit 2010 – gefühlt habe ich inzwischen fast mein ganzes Leben in der Abteilung Color & Trim verbracht.


Sie arbeiten also wirklich gern mit Materialien und Farben. 

Genau. Und es bereitet mir Freude, die DNA der Farb- und Materialwelt von Audi mitprägen zu dürfen. Natürlich entwickelt sich unsere Audi Farb- und Materialpalette ständig weiter.

Wir können die Welt vielleicht nicht umkrempeln, aber die richtige Richtung aufzeigen können wir doch.“

Tiziana Mauri

In der Modebranche sind manche Farben ein No-Go, weil sie nicht gut ankommen. Gibt es auch im Automobilbereich Farben, die gar nicht infrage kommen?

Um den Premium- oder Luxuscharakter von Audi zu vermitteln, verwenden wir vor allem dezente Farben. Allzu kräftig oder knallig dürfen sie nicht sein.

 

Können die Automobil- und auch die Modebranche zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen?

Ja, davon bin ich überzeugt. Selbst wenn wir die Welt nicht umkrempeln können: Die richtige Richtung aufzeigen können wir doch. Als Weltmarke kann man vorangehen und echte Veränderung anstoßen. 

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