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Mehr als schön und funktional: Fortschritt in China gestalten

Der eine Innovationsforscher, der andere Designer: Yunzhou Wu und Scott Zhao von Audi China sprechen auf der Design Shanghai über nachhaltigere Gestaltung.

03.06.2021 Text: Patricia Jell - Foto: Dirk Bruniecki Lesezeit: 6 min

Yunzhou Wu von Design Audi China mit VR-Brille und VR-Ausrüstung. Die Designteams nutzen sie für ihre gemeinsame Projektarbeit über Kontinente hinweg.
Yunzhou Wu von Design Audi China mit VR-Ausrüstung. Die Audi Kollegen in China und Deutschland nutzen VR-Technologie, um kontinentübergreifend an gemeinsamen Projekten arbeiten zu können.

Herr Zhao, Herr Wu, Sie vertreten Audi dieses Jahr auf der Design Shanghai. Auf der Messe trifft chinesisches auf europäisches Design. Wie stehen diese Welten zueinander?

Yunzhou Wu: Aus der Warte des Designers würde ich sagen, dass sich chinesisches und europäisches Design im Kern nicht allzu sehr voneinander unterscheiden. Vereinfacht gesagt geht es überall darum, etwas zu erschaffen, das optisch ansprechend und einfach zu nutzen ist. Bei Audi gehen wir noch einige Schritte weiter und sagen: Wir wollen holistische, integrierte Erlebnisse gestalten. Das sind die Leitgedanken, aber natürlich wirken sich unterschiedliche kulturelle Einflüsse und der geschichtliche Hintergrund auf das Endergebnis aus. China ist später in die moderne Designwirtschaft eingestiegen als Europa, holt aber rasch auf und schafft aus der Verbindung von traditioneller Kultur und modernen Methoden seine ganz eigene Ästhetik.

Scott Zhao: Chinesisches Design ist so vielfältig und heterogen, dass man kaum die eine, universelle Ästhetik ausmachen kann. Der nationale Designmarkt ist riesengroß und noch sehr jung, sodass chinesische Designer ihre eigenen Maßstäbe setzen können. Aus der Sicht des Innovationsforschers würde ich sagen, dass Vielfalt das prägende Element ist.

 

Sich in zwei Welten zu bewegen, gehört zu Ihrem Joballtag: Sie arbeiten bei Audi China und dabei eng mit den Kollegen in Deutschland zusammen. Wie gelingt das? 

Wu: Wir sind vom Design-Zentrum in Ingolstadt in der Tat räumlich weit entfernt und arbeiten trotzdem gemeinsam an der Zukunft von Audi. Das ist schon toll. Mit den Kollegen in Ingolstadt mittels Virtual Reality zusammenzuarbeiten, ist definitiv ein besonders spannender Aspekt unserer Arbeit. Wirklich großartig, dass man auf derselben Bühne neben einem 3D-Automodell stehen kann, obwohl man in Wirklichkeit Tausende Kilometer voneinander entfernt ist.

Und was ist die wichtigste Aufgabe bei Ihrer Arbeit in China?

Wu: Wir tragen den Wünschen und Anliegen unserer Kunden ebenso wie Trends in den Produkten von morgen Rechnung. China ist der größte und wichtigste Markt für die Vier Ringe, da wollen wir uns in Sachen Design natürlich nicht abhängen lassen.

 

Was erwarten sich chinesische Kunden vom Design?

Zhao: Die nächste Generation chinesischer Premium-Kunden hat neue Werte und neue Ansprüche ans Leben. Design soll für sie einzigartige, nachhaltige, effiziente und sinnvolle Erlebnisse bieten. Um konkreter zu werden: Design sollte auffällig und besonders sein, es sollte individuell und kein Massenprodukt sein, es sollte nachhaltig und nicht verschwenderisch sein, es sollte intelligentere, einfachere, effiziente Lösungen bieten, und schließlich sollten Produkte wie Geräte oder Fahrzeuge so gestaltet sein, dass sie vielseitig einsetzbar sind. Anspruchsvolle chinesische Konsumenten wünschen sich also im Grunde Luxus für ihren Alltag. Wellnessorientierte Anschaffungen und Erlebnisse sind zu einem zentralen Merkmal von Exklusivität und kultivierter Lebensweise geworden. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach praktischen und nachhaltigen Alltagslösungen.

 

Nachhaltigeres Design ist also ein Trend?

Zhao:  Unter umweltbewussten chinesischen Verbrauchern wächst im täglichen Leben das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit als Mittel zur Bewältigung von Umwelt- und Gesundheitsproblemen.Im Bereich Design gelten technisch optimierte Materialien, natürliche so wie ökologische oder handgefertigte Materialien und eine natürlichere Farbgebung als besonders vielversprechende Trends unter Premium-Kunden in China, ja.

Wu: Was das betrifft denke ich, dass es zur Mission aller Designer in China werden sollte, innovativ zu sein und intelligente Ideen zu entwickeln, um Umweltaspekte noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Ich glaube, wir brauchen im Design ein klares Bekenntnis zum Schutz unserer Welt.

Yunzhou Wu & Yu Zhao

Yunzhou Wu ist Senior Interior Designer und Coordinator Interior Design bei Audi China in Peking. Er hat insgesamt 15 Jahre in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet. Seinen Abschluss als Diplom-Designer hat er an der Universität Duisburg-Essen gemacht. 2011 kam er als Interieur-Designer zur AUDI AG und wechselte 2018 von Ingolstadt nach Peking, um das Interior Design Team aufzubauen.

 

Yu (Scott) Zhao ist Leiter Audi Innovation Research bei Audi China in Peking. Der Marketing- und Trendforscher beobachtet nun schon seit mehr als 13 Jahren den chinesischen Markt und ist immer gespannt auf das, was die Kunden zu erzählen haben. Den Kunden zuzuhören und ihre Geschichten zu verstehen ist gerade in China als dem größten Markt für Audi mit seinen – so Zhao – „einzigartigen“ Kunden besonders wichtig. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, zur Verständigung zwischen Ost und West beizutragen.

Blick vom Firmensitz auf die Skyline von Peking.
Blick vom Firmensitz auf die Skyline von Peking.

Wie lässt sich diese Art von Fortschritt über das Design realisieren?

Wu: Design gilt allgemein als die Verbindung von Ästhetik und Funktionalität. Inzwischen bringen jedoch immer mehr Marken und Designer Nachhaltigkeit als dritten wichtigen Faktor ein. Würde man bei jedem Produkt auf der Welt schon beginnend beim Design intelligente Nachhaltigkeitsideen einfließen lassen und dabei den Bogen spannen von der Produktion über das Kundenerlebnis bis zum Recycling, dann wäre das ein großer Schritt für uns und für kommende Generationen.

 

Wie schlagen sich diese Gedanken zu Nachhaltigkeit in aktuellem Design nieder?

Zhao: Das Leben in den überfüllten Millionenstädten und die immer gravierenderen ökologischen Probleme bewegen die Menschen in China dazu, sich nach natürlicheren und “grüneren” Erlebnissen umzusehen. Natürliches Design vermittelt ein weiches, ein gemütliches, gesundes und heilsames Gefühl. Es erschafft eine Gedankenwelt, in die Verbraucher aus der Hektik der Megastädte wie Peking entfliehen können. Natürliche Farben werden verwendet, um den Eindruck von Pflanzen und Naturböden zu simulieren, wodurch ein natürlicher, reiner und weicher Ton zum Ausdruck kommt.

 

Das passt auch zum diesjährigen Motto des „Regenerative Design“ der Design Shanghai und zum Auftritt von Audi, der nachhaltigere Materialien in den Vordergrund stellt. Wie wichtig sind Veranstaltungen wie die Design Shanghai für die Weiterentwicklung von Design?

Zhao: Die Design Shanghai ist eine der bedeutendsten Designplattformen in Asien. Hier treffen sich führende internationale und chinesische Designprofis und Designliebhaber. Mit ihrem Programm möchte die Design Shanghai ein besseres Verständnis und eine größere Würdigung unterschiedlicher regionaler Designstile fördern. Für eine Marke wie Audi, die den den Fortschritt in den Mittelpunkt stellt, ist diese Messe eine großartige Gelegenheit, um die progressivsten Designer Chinas und aus aller Welt zu treffen. So können wir unsere Visionen und Erfahrungen aus der Automobilindustrie vorstellen und gleichzeitig bewährte Konzepte aus anderen Branchen kennenlernen.

Wu: Audi ist eine Designmarke. Warum entscheiden sich Kunden für Audi? Der Hauptgrund ist das fantastische Design. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage, und das macht uns als Designer natürlich sehr stolz. Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit Kollegen aus aller Welt und möchten erfahren, wie wir unseren Teil zu einem Wandel hin zu einer schöneren Zukunft beitragen können.

Werfen wir einen Blick auf diese Zukunft: Was wird der nächste große Trend im nachhaltigen Design?

Zhao: Technisch optimierte Materialien werden einer der großen Trends sein. Neue Produktionstechnologien werden die Herstellung oder Verarbeitung von neuen Materialien ermöglichen. Materialien, die sich selbst reinigen, reparieren und sogar bakteriostatisch wirken und den Menschen somit entlasten können. Ein aktuelles Beispiel ist selbstreparierender Beton.

Wu: Heutzutage ist alles vernetzt. Die Digitalisierung macht unser Leben einfacher. Doch angesichts immer neuer Funktionen fühlt man sich manchmal erschlagen von der digitalen Vielfalt, die auch viel Überflüssiges mit sich bringt. Ich denke, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen, brauchen wir als Designer eine Haltung, die die Kräfte und die Energie schont. Und wir sollten uns auf die ursprünglichen Bedürfnisse der Menschen besinnen, um mehr Freiheit zu kreieren und das neue Premium der Zukunft zu entwickeln - und dazu gehört für uns bei Audi immer die Gestaltung holistischer  Erlebnisse. 

Design Shanghai

Die Design Shanghai ist die bedeutendste Designmesse Asiens. Sie bietet eine Plattform, um sich mit den führenden Architekten, Interior Designern, Immobilienentwicklern, Händlern und Privatkunden des Kontinents zu vernetzen. Die diesjährige Veranstaltung, die im Juni 2021 unter dem Motto „Regenerative Design“ stattfindet, ist die achte Auflage der Design Shanghai. Audi ist Hauptsponsor und mit einem Messestand und einer Installation vertreten.

“Wir sind sehr glücklich, in diesem Jahr gemeinsam mit Stella McCartney auf der Design Shanghai zu sein, um in einer begehbaren Installation einen Einblick zu geben, wie sowohl in der Mode- als auch in der Automobilbranche nachhaltig gedacht und gelebt wird”, sagt Henrik Wenders,  Senior Vice President Marke Audi. Der Audi e-tron GT quattro wird auch zu sehen sein und einen Ausblick auf zukunftsweisende Mobilität geben.

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Yunzhou Wu aus dem Designerteam von Audi China.
Der Audi e-tron GT quattro

Fortschritt in Design und Leistung

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Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron GT quattro: Stromverbrauch kombiniert*: 19,6–18,8 kWh/100km (NEFZ); 21,8–19,9 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

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