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„‚Vorsprung durch Technik‘ ist viel mehr als nur ein Claim“

Audi feiert 50 Jahre „Vorsprung durch Technik“: Anlässlich des runden Geburtstags blickt Oliver Hoffmann, Vorstand für Technische Entwicklung der AUDI AG, zurück auf bewegte Jahre und erklärt, wie man Vorsprung in ein neues Mobilitätszeitalter übersetzt.

01.07.2021 Text: Patrick Morda - Foto: Ramon Haindl Lesezeit: 6 min

Porträt von Oliver Hoffmann
Seit 17 Jahren im Konzern, seit März 2021 Vorstand für Technische Entwicklung der AUDI AG: Oliver Hoffmann

Herr Hoffmann, Audi feiert ein halbes Jahrhundert „Vorsprung durch Technik“. Vieles von dem, was die letzten 50 Jahre geprägt hat, kam aus dem Bereich, den Sie neuerdings verantworten. Gab es aus Ihrer Sicht rückblickend einen Fixpunkt?

Für mich ist der wichtigste Meilenstein die quattro Technologie. Die hat nicht nur unsere Rallyeerfolge begründet, sondern steht für den Transfer von Erfahrungen aus dem Rennsport in die Serie. Seither sind quattro und Audi nicht mehr zu trennen. Ähnlich wichtig war 1994 der erste Audi A8 mit der Audi Space Frame Technologie. Damit konnten wir uns endgültig als Marke im Premiumsegment etablieren.

 

Als Audi mit dem S1 den Rallyesport der 1980er-Jahre phasenweise dominierte, war der Claim „Vorsprung durch Technik“ aber schon gut zehn Jahre alt. Worin liegt für Sie dessen Ursprung?

Zunächst einmal ist wichtig, dass „Vorsprung durch Technik“ damals wie heute für uns viel mehr als nur ein Claim ist. Es ist vielmehr Ausdruck einer Haltung bei Audi. Mit dem Audi 80 haben wir vor 50 Jahren „Vorsprung durch Technik“ erstmals erlebbar gemacht. Das Modell war beeindruckend mit Blick auf Motoren- und Leichtbautechnologie.

 

Motorsport ist ein gutes Stichwort: Im Wettkampf erkennt man Vorsprung sofort. Wie wichtig war und ist Motorsport für die Idee „Vorsprung durch Technik“?

Ich bin ein großer Motorsportfan, stehe gern an der Strecke und fiebere mit. Aber nicht nur deshalb liegt mir der Rennsport am Herzen. Er kann eine Art Versuchslabor unter Extrembedingungen sein, in dem wir Denkanstöße für neue Ideen und Komponenten bekommen. Das war in der Vergangenheit mit dem quattro Antrieb oder der Hybridentwicklung bei den 24-Stunden-Meisterschaften so – und wird auch so bleiben.

 

Wie kann man als normaler Audi Kunde „Vorsprung durch Technik“ erleben?

Das ermöglichen wir, indem wir unseren Produkten eine klare, unverkennbare DNA geben. Deshalb habe ich das Projekt „Audi DNA“ ins Leben gerufen. Dabei gehen wir tief in technische Details wie den Lenkwinkelbedarf oder die Fahrzeugakustik. Wir wollen eindeutig definieren, wie sich ein Audi beim Fahren anfühlen muss. Das gilt übrigens auch für dann, wenn wir möglicherweise eines Tages hochautomatisiert fahren können.

 

‚Vorsprung durch Technik‘ ist Ausdruck einer Haltung.“

Oliver Hoffmann

Stand in den 1970er- und 1980er-Jahren oftmals das Technische im Vordergrund, wurde spätestens zur Jahrtausendwende das Ästhetische, das Design immer wichtiger. Schwingt das Pendel wieder mehr in Richtung Technik?

Aus meiner Sicht wird das Design, das Zusammenspiel von Form und Funktion, eher noch wichtiger. Unsere Welt und somit auch unsere Fahrzeuge werden immer digitaler, also geht es auch beim Design um die Einbindung in die digitale Welt. Dabei gewinnt aber der Fahrzeuginnenraum in Zukunft weiter an Bedeutung. Unser Team von Audi Design zeigt bei jedem Projekt, dass wir immer neue Wege gehen, um dem gerecht zu werden. Und natürlich hat Vorsprung auch eine technische Komponente. Ich würde damit innovative und qualitativ hochwertige Lösungen mit hohem Alltagsnutzen beschreiben: Schnellladefähigkeit mit bis zu 270 kW an der entsprechenden Infrastruktur, intelligente Lichttechnologie, Leichtbau mit Materialmix. All das verkörpert Vorsprung für mich.

 

Der Begriff „Transformation“ ist nicht nur im Automobilbereich aktuell. Kann man sagen, dass 50 Jahre „Vorsprung durch Technik“ – praktisch ein halbes Jahrhundert permanenter Transformation – Audi für die Zukunft gut vorbereitet haben?

Unser Anspruch war es schon immer, nicht vom Wandel getrieben zu werden, sondern Treiber des Wandels zu sein. Insofern: Ja, Erfahrung aus 50 Jahren Vorsprung zu leben, hilft. Wenngleich die Veränderung gerade in der Automobilindustrie enorm ist.

 

Wie reagieren Sie, wie reagiert man als Unternehmen darauf?

Zum Beispiel, indem man Strukturen und Prozesse neu aufstellt, Entwicklungszyklen verkürzt. Dabei ist mir persönlich sehr wichtig, daran als Team zu arbeiten. Wir bei Audi stehen für Leidenschaft und Pioniergeist – für den Anspruch, den Status quo immer wieder zu hinterfragen und ständig weiterzuentwickeln. 

Oliver Hoffmann

Oliver Hoffmann, 44, beginnt 2004 nach seinem Studium des Maschinenbaus seine berufliche Laufbahn bei der Volkswagen AG und bekleidet verschiedene Positionen an Standorten der AUDI AG im In- und Ausland. 2014 wird er zunächst Leiter der Antriebsentwicklung am Standort Györ, später Leiter der Antriebsentwicklung der AUDI AG. 2017 wechselt er als Leiter der Technischen Entwicklung zur Audi Sport GmbH, wo er im Juni 2018 in die Geschäftsführung berufen wird. Seit 1. März 2021 ist Oliver Hoffmann Mitglied des Vorstands der AUDI AG für den Geschäftsbereich Technische Entwicklung.

Letztlich verändern sich auch die Herausforderungen: Wächst man sprichwörtlich mit seinen Aufgaben?

Das Verständnis von Vorsprung in der Gesellschaft und die Erwartung an uns verändern sich permanent, ja. Es geht heute mehr denn je um einen verantwortungsbewussten Beitrag für die Zukunft, der den Menschen in den Mittelpunkt rückt.

 

Ist es denn heute eher schwerer oder – mit Blick auf neue Technologien – leichter, Vorsprung zu erzielen und auszubauen?

Es ist anders. Wir müssen neue Autos und Services genauso schnell entwickeln, wie es die digitalisierte Gesellschaft im 21. Jahrhundert von uns erwartet. Und das meine ich, wenn ich von verkürzten Entwicklungszyklen spreche. Ausgangspunkt für Innovationen sind Ideen, und die stecken in den Köpfen unserer mehr als 10 000 Mitarbeiter in der Technischen Entwicklung. Diese kreative Kraft müssen wir auf den Weg bringen, um „Vorsprung durch Technik“ in ein neues Mobilitätszeitalter zu tragen. Ein zentrales Instrument dabei ist das Innovationsmanagement, das wir gerade neu aufstellen.

 

Wie erzählt und belegt man Vorsprung im neuen Mobilitätszeitalter?

Im Zeitalter der neuen Mobilität interpretieren wir Vorsprung nicht nur als höchste Ingenieurskunst, State-of-the-art-Design und digitales Erlebnis. Wir denken nicht nur in Fahrzeugen. In Zukunft geht es verstärkt um ganzheitliche Mobilitätslösungen, dazu gehört auch das Thema Infrastruktur. Deshalb arbeiten wir zum Beispiel an einem Konzept für das Schnellladen, das ganz klar dem Anspruch der Marke Audi gerecht wird. In der zweiten Jahreshälfte startet der Pilot des Audi charging hub. Er könnte eine Antwort auf künftige Spitzenbedarfe sein und ist flexibel an verschiedenen Orten einsetzbar. Vorsprung ist unser Anspruch, einen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft zu leisten.

Unser Anspruch war es schon immer, Treiber des Wandels zu sein.“

Oliver Hoffmann

Oliver Hoffmann geht zwischen zwei ASF-Konzepten hindurch
Will mit “Vorsprung durch Technik” ein neues Mobilitätszeitalter gestalten: Oliver Hoffmann

Demnach ist das Voranbringen der Elektromobilität ein solcher Beitrag? 

Elektromobilität ist die größte Transformation, die unsere Industrie jemals erlebt hat. Und natürlich ist es unser Anspruch, „best in class“ zu werden. Deshalb erhöhen wir konsequent den Grad der Elektrifizierung bei Audi. Wir nutzen alle E-Plattformen, die der Konzern derzeit bietet. Bis 2025 planen wir, mehr als 20 vollelektrische Modelle anzubieten. 

 

Eines dieser Modelle ist der neue Audi RS e-tron GT. Steht der ein Stück weit für das, was „Vorsprung durch Technik“ in Zukunft versprechen soll?

Er ist das Aushängeschild für elektrische Premiummobilität bei Audi – und für mich schon jetzt eine Ikone, in der sich das gesamte Wissen aus 50 Jahren „Vorsprung durch Technik“ manifestiert. Wenn der Audi RS e-tron GT ein Statement ist für eine neue Mobilität – und für uns ist er das –, dann können wir uns auf diese Zukunft freuen.

 

Eine letzte Frage: Was bedeutet Vorsprung für Sie ganz persönlich?

Vorsprung ist für mich immer nur eine Momentaufnahme. Darin steckt für mich, unermüdlich nach neuen innovativen Lösungen zu suchen. Der größte Vorsprung ist nichts wert, wenn man ihn nicht halten kann. 

Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch kombiniert*: 20,2–19,3 kWh/100km (NEFZ); 22,5–20,6 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi RS e-tron GT: Stromverbrauch kombiniert*: 20,2–19,3 kWh/100km (NEFZ); 22,5–20,6 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

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