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Warum Surfer im Grunde Futuristen sind

Stephanie Gilmore ist siebenmalige Weltmeisterin im Surfen – außerdem glaubt sie, dass das Streben nach Perfektion glücklich macht. Uns erzählte sie davon.

26.05.2021 Text: Nadine Kaminski − Foto: Ian & Erick Lesezeit: 4 min

Steph Gilmore mit ihrem Surfbrett

Wann hast du zum ersten Mal daran gedacht, Profi-Surferin zu werden?

Das war etwa im Alter von zwölf Jahren. Ich habe mich Hals über Kopf ins Surfen verliebt, als ich es das erste Mal ausprobiert habe. Obwohl ich eigentlich noch zu jung war, um wirklich zu verstehen, was da vor sich geht. Wenn man zum ersten Mal das Salz auf der Haut spürt und die Aufregung, das Herausfordernde des Ozeans, dann wird einem klar: Das ist mehr als ein Sport. Das ist ein Lebensstil. Ich habe mit 13 Jahren angefangen, an Wettkämpfen teilzunehmen, recht schnell meine erste Trophäe gewonnen – und dachte: Das ist das großartigste Gefühl überhaupt! Ich will mich diesem Lifestyle komplett verschreiben. Ich will irgendwann zu den Besten der Welt gehören. Und dann sehen wir weiter.

 

Gab es damals weibliche Vorbilder, an denen du dich orientieren konntest?

Ja, es gab definitiv einige Frauen, die als Profi-Surferinnen sehr erfolgreich waren. Und obwohl ich der Wettkampfwelt damals nicht viel Aufmerksamkeit schenkte, machte das Marketing um sie herum einfach Lust aufs Surfen. Ich wollte Teil einer Girl-Gang sein – nicht nur in der Sonne liegen und den Jungs zugucken, sondern selbst raus ins Wasser und mein Ding machen.

 

Wessen Stil bewunderst du?

Lisa Andersen war schon immer ein Idol von mir, weil sie die Wettkampfmentalität mit einem wunderschönen Style kombiniert hat. Ganz nebenbei: Über einige der besten männlichen Surfer der Welt würde ich sagen, dass sie mit einem Hauch von Weiblichkeit surfen. Da ist so eine Anmut in ihren Bewegungen, ein femininer Touch. Und das ist es, was sie von ihren aggressiveren Konkurrenten positiv abhebt. Frauen müssen sich also mit ihrer Art zu surfen keinesfalls verstecken – ganz im Gegenteil.

Du hast jetzt sieben Weltmeisterschaften gewonnen. Wie bleibst du nach all diesen Erfolgen ehrgeizig?

Ich könnte natürlich noch 20 solcher Titel gewinnen und hätte trotzdem nie das Gefühl: Jetzt beherrsche ich den Ozean, danke und tschüss. Da draußen warten noch so viele Herausforderungen! Und es gibt so viele andere unglaubliche Surferinnen, die massive Wellen in Angriff nehmen oder Wahnsinns-Luftmanöver zaubern. Sie sind vielleicht pauschal betrachtet etwas weniger erfolgreich als ich, aber trotzdem in bestimmten Bereichen stärker, sodass ich mich immer wieder angespornt fühle. Aber es gibt auch viele großartige männliche Surfer, die ich bewundere und die mich auf neue Ideen bringen. Man lernt einfach immer weiter, lässt sich von anderen Leuten und neuen Erfahrungen inspirieren. Die meisten Surfer sagen, dass man deshalb jeden Tag wiederkommt – weil man nie weiß, was die nächste Welle bringt. Das ist das Coole daran.

 

Wie sieht denn die perfekte Welle aus?

Es ist lustig: Inzwischen wurde die „perfekte Welle“ bereits technisch erzeugt, in diversen Übungspools. Das Resultat: langweilig. Wenn man im Ozean ist, ist der schönste Teil des Ganzen ja die Vorfreude. Du überquerst eine Sanddüne in Richtung Meer. Was wirst du sehen? Die Wellen sind gut, du paddelst Richtung Brandung und verpasst eine. Wird die nächste genauso schön? So viel Vorfreude, so viel Spannung! Es geht nicht ums Finden von Perfektion – sondern um die Suche nach Perfektion.

„Man lernt immer weiter, wird von anderen Menschen und neuen Erfahrungen inspiriert.“

Steph Gilmore auf der Straße

Du bist als Botschafterin für die Gesundheit des Ozeans aktiv. Warum?

Ich empfinde es als unsere Pflicht als Surfer, dabei zu helfen, andere aufzuklären. Weil wir die Schäden unmittelbarer erfahren als Menschen, die keinen Bezug zum Ozean haben oder das zumindest denken. Wir sehen eine Menge Müll da draußen. Wir versuchen den Leuten verständlich zu machen, dass tägliche Entscheidungen den Ozean beeinflussen – selbst wenn man nicht in seiner Nähe ist. Egal wo genau man Plastik achtlos wegwirft: Die Chancen stehen leider gut, dass es irgendwann im Meer landet.

 

Was macht für dich einen nachhaltigen Lebensstil aus? Was ist dein Rat an andere?

Wir alle sollten bewusster konsumieren und Qualitätsprodukte kaufen, die eine lange Lebensdauer haben, recycelt oder wiederverwendet werden können. Wenn du etwas nicht mehr brauchst, gib es weiter. Kauf bei Firmen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die zum Beispiel recycelbare Stoffe für ihre Verpackungen verwenden oder daran arbeiten, ihre eigenen Produkte nachhaltiger zu machen. Werd dir einfach über das im Klaren, was du kaufst und benutzt. Ein Beispiel: In letzter Zeit habe ich mich in meinem Badezimmer umgesehen: Shampoo, Spülungen, Gesichtsreiniger – alles in Plastikflaschen. Ich dachte: Das ist nicht cool. Und so habe ich für meinen persönlichen Gebrauch ein paar tolle kleine Firmen gefunden, die Shampoo- und Conditioner-Seifenstücke herstellen, die nur in einem kleinen Stück Papier verpackt sind. Wenn man sie aufgebraucht hat, bleibt fast nichts zurück.

 

Abgesehen von der Awareness für unsere Umwelt: Was kann man deiner Meinung nach noch von Surfern lernen?

Ich finde, Surfer sind beinahe futuristisch in der Art, wie sie ihr Leben angehen. Sie tun etwas, bei dem sie sich wirklich lebendig fühlen, das sie glücklich macht und verjüngt und auf eine Art und Weise mit der Erde verbunden hält, die gesund für unsere ganze Gesellschaft wäre. Außerdem haben Surfer diese ständige Mission – Neues zu entdecken, sich selbst herauszufordern, Abenteuer zu erleben… Das ist eine bewundernswerte Eigenschaft. Und endlos auf der Suche zu sein, kann durchaus sehr glücklich machen.

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