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Fünf Thesen zur Kunst

Zukunft ist eine Haltung. Kunstsammler Christian Boros über die notwendige Bedeutung von Kunst. Für ihn ganz persönlich. Und für die Gesellschaft.

01.07.2022 Text: Bernd Zerelles - Foto: Jules Esick - Film: Arnd Buss von Kuk Lesezeit: 3 min

Christian Boros in seinem Kunstbunker.
Der Sammler Christian Boros in einem Ausstellungsraum seines Kunstbunkers vor einer Arbeit des belgischen Künstlers Kris Martin.

Er ist Medienunternehmer und Verleger. Seine Leidenschaft gilt der Kunst. Christian Boros (57) kaufte sein erstes Kunstwerk mit 18 Jahren, heute besitzt er eine der größten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland. 2003 erwarb er den Reichsbahnbunker in Berlin-Mitte und ließ ihn zu einem weltberühmten Kunstbunker umbauen, in dem er seit 2008 auf 3000 Quadratmetern Ausschnitte seiner Sammlung in wechselnden Präsentationen zeigt. Darüber hinaus sitzt Christian Boros im Kuratorium der Freunde der Nationalgalerie Berlin, ist Beiratsmitglied im Grimme-Institut, Mitglied des Patronatskomitees der Fondation Beyeler sowie des Global Patrons Council der Art Basel. Er schätzt Künstler_innen als Vordenker, als geistige Avantgarde. Hier formuliert er seine Haltung mit fünf Thesen zur Kunst.

1. Kunst hat eine Haltung.

„Vor der Renaissance war Kunst vornehmlich ein Handwerk und eine „Könnerschaft“. Seit dem 15. Jahrhundert entwickelt sich jedoch zunehmend der Qualitätsbegriff hin zur Originalität. Ich glaube, dass die Zentralfragen von Kunst folgende sind: Was denkt ein Künstler, eine Künstlerin? Was beschäftigt sie? Wie ist ihre Sicht auf die Dinge? Konzeptionelle Leistung, Bedeutung und Haltung in Kombination mit artistischen Umsetzungsfähigkeiten bestimmen die Relevanz von Kunst.“

Porträt von Christian Boros.
In fünf Jahren Umbau ließ Christian Boros in dem Bunker Betondecken und Innenwände entfernen, um aus den ursprünglich 180 kleinen Räumen geeignete Präsentationsflächen für seine Kunstsammlung zu schaffen.

2. Kunst ist unverständlich. Zunächst.

„Immer schon war Kunst zur Entstehungszeit von den meisten Zeitgenossen nicht verstanden worden. Da Kunst mit Konventionen bricht und wirklich Neues darstellt, kann sie nicht mit den bekannten ästhetischen Normen verglichen werden. Sie eckt an und provoziert, denn nur so werden Wahrnehmungsgrenzen verschoben, und nur so entsteht Innovation.“

3. Gute Kunst ist subjektiv.

„Ein Künstler, eine Künstlerin ist Autor, Autorin seines, ihres Werkes, und deshalb signieren sie es! Sie trauen sich, „ich“ zu sagen. Kein Künstler, keine Künstlerin produziert Wahrheiten oder objektive Behauptungen. Künstler_innen sind frei und nur sich selbst verpflichtet. Wir können von den eigenen Empfindungen eines Künstlers, einer Künstlerin lernen. Durch ein Beschäftigen mit Künstler_innen und deren verschiedenen Subjektivitäten gewinnt eine offene Gesellschaft neue Eindrücke über die Gegenwart. Das nennt sich dann „lernen“ beziehungsweise ein Erweitern des eigenen Kosmos.“

An der Wand ein Fotogramm von Fabian Marti. In dem Kunstbunker wechseln sich auf fünf Etagen kleine mit großen Ausstellungsräumen ab.
An der Wand ein Fotogramm von Fabian Marti. In dem Kunstbunker wechseln sich auf fünf Etagen kleine mit großen Ausstellungsräumen ab.

4. Ist Kunst schön?

„Kunst hat nicht die Aufgabe, die Umwelt, das eigene Heim oder ein Museum zu verschönern. Kunst ist weder Dekoration, noch dient sie zur Aufhübschung des Lebens. Kunst ist kein Handwerk, sondern erst einmal eine Haltung auf die Gegenwart und dann eine eigene Art der Umsetzung in verschiedenen Medien. Diese Form gewordene Haltung von Künstler_innen kann dann erbaulich, irritierend, bewusstseinserweiternd, anregend oder berührend sein – jedoch nie nur schön.“

5. Kunst muss immer wahrhaftig sein.

„Kunst darf nicht Moden oder Trends folgen, sondern darf nur glaubwürdig und auf eine einzigartige Art eine Aussage eines Künstlers, einer Künstlerin darstellen und visualisieren. Nur so kann die Kunst der Gesellschaft eine Bereicherung sein. Nur so kann sie helfen, Grenzen zu erweitern und wirkliche Erkenntnisse zu liefern. Heute. Und in Zukunft.“

Conversations on Progress: Henrik Wenders trifft Christian Boros

 

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