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Marc Lichtes Audi e-Design

Die Elektromobilität verändert das Automobildesign der Zukunft. Marc Lichte, Leiter Audi Design, zeigt am Beispiel des Audi Q4 e-tron concept¹ die wichtigsten Merkmale im Exterieurdesign der Audi e-tron.

01.10.2020 Protokoll: Bernd Zerelles - Foto: Robert Fischer - Film: graupause  Lesezeit: 3 min

Portrait Marc Lichte
Der Leiter Audi Design zeigt die wichtigsten Merkmale im Exterieurdesign der Audi e-tron Modelle.

„Noch nie waren die Zeiten für uns Autodesigner so aufregend wie heute. Genau jetzt ist die beste Zeit, Automobildesign neu zu denken, neu zu gestalten – kurz: Autodesign in die Zukunft zu führen. Die Transformation zur Elektromobilität ebnet dafür den Weg. Der Kunde mit seinen Wünschen steht im Vordergrund. Für welchen Use Case soll das Auto sein? Langstrecke, Stadt, Freizeit? Wie muss das passende Interieur dafür aussehen? Soll ich darin arbeiten können, lesen, schlafen? Und ganz zum Schluss gestalten wir Designer dann das Exterieur.“

Die Magie der Proportionen

„Die Basis für ein gutes Design sind die Proportionen. Die technische Plattform von Elektroautos ermöglicht uns Designern, Fahrzeugproportionen zu gestalten, von denen wir schon lange träumten. Der Elektromotor des Audi Q4 e-tron concept 1 sitzt auf der Achse, die Batterie im Boden dazwischen, die Fahrzeugkabine in der Mitte wächst in den Dimensionen und schiebt die größeren Räder (um das Gewicht gut tragen zu können) nach außen. Die A-Säule wandert deutlich weiter nach vorn, es existiert ja kein Verbrennungsmotor mehr unter der Fronthaube. Riesen-Radstand, Riesen-Räder, geringe Überhänge: Diese ganz neuen Proportionen definieren den einzigartigen Charakter von Elektrofahrzeugen.“

Audi Q4 e-tron concept
Der Audi Q4 e-tron concept¹ mit den Traumproportionen eines Elektrofahrzeugs: langer Radstand, große Räder, geringe Überhänge. Bei dem hier gezeigten Fahrzeug handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, das nicht als Serienmodell verfügbar ist.

Am Gesicht erkennt man einen Audi

„Bei Audi ist der Singleframe-Grill an der Front die Signatur, er hebt auch den Audi Q4 e-tron concept1 als Gesicht aus der Masse. Der Audi Singleframe verbindet den Kühler oben und unten zu einer Einheit. Aber: Was tun, wenn bei einem Elektrofahrzeug kein Kühler mehr vorhanden ist? Wie zeigen wir, dass es ein Elektroauto ist und trotzdem noch ein Audi? Mein Team hatte eine so simple wie geniale Idee: Beim Audi mit Verbrennungsmotor ist der Singleframe-Grill immer schwarz, denn er ist offen und belüftet den dahinter liegenden Kühler. Beim Audi e-tron ist der Singleframe optisch invertiert. Von Weitem erkennt man so: Es ist ein Audi, aber es ist ein E-Fahrzeug. Der Singleframe lässt einen Audi zum Audi werden. Auch einen Elektro-Audi.“

 

„Jedes unserer Designs muss in erster Linie ausstrahlen: Hier kommt ein Audi. Aber ein Elektroauto muss natürlich auch sehr deutlich sagen: Hier kommt die Zukunft. Und Zukunft ist Digitalisierung – wie das Licht der Audi e-tron. So wird die Serienversion des Audi Q4 e-tron concept1 über digitales Tagfahrlicht verfügen. Das Besondere daran: Diese digitale Tagfahrlichtgrafik im Scheinwerfer der Front kann sich jeder Kunde individuell gestalten. Einer mag vielleicht drei X in der Lichtsilhouette, der andere lieber einen horizontalen Streifen. Das ist nicht nur Personalisierung, sondern vor allem: Digitalisierung sichtbar gemacht. Das zeigt sich auch in den Heckleuchten, die durch ein animiertes Leuchtenband verbunden sind.“

Singleframe des Audi e-tron
Das Gesicht jedes Audi e-tron: der geschlossene Singleframe-Grill. Bei dem hier gezeigten Fahrzeug handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug, das nicht als Serienmodell verfügbar ist.

„Bei der Elektromobilität ist das Herz des Fahrzeugs nicht mehr der Motor unter der Fronthaube, sondern die Batterie im Fahrzeugboden. Über welche Kapazität verfügt sie, wie leicht ist sie, und welche Reichweite ermöglicht sie? Deshalb verfügt der Audi Q4 e-tron concept1 über einen expressiv gestalteten Schweller, der sehr deutlich signalisiert: Hier liegt jetzt das Herz des Autos. Die Fronthaube der e-tron ist viel ruhiger gestaltet. Powerdomes auf der Motorhaube gehören der Vergangenheit an.“

 

„Ein Audi mit Verbrennungsmotor besitzt viele harte Kanten im Design. Die Audi e-tron Modelle der Zukunft dagegen zeigen weicher gestaltete und betontere Muskeln. Damit machen wir im Design der Fahrzeuge diese Evolution des Antriebs deutlich. Wir unterbrechen die Schulterlinie des Designs, die jahrzehntelang auf einer Höhe verlief, in der Mitte der Fahrzeugseite, setzen sie nach unten und betonen mit weich gezeichneten Linien die Muskeln der Fahrzeugsilhouette an Front und Heck – und somit alle vier Räder. Das ist auch eine Reminiszenz an den quattro Antrieb, der tief verankert in den Audi Genen ist. Denn auch bei Audi e-tron werden wahlweise alle vier Räder angetrieben.“

Manche sehen elegante Linien. Wir sehen Charakter.

Aerodynamik ist wichtiger denn je

„Nicht nur progressives Design ist fest in der Marke Audi verankert, sondern auch progressives Denken für Nachhaltigkeit. Alle Audi sind selbstverständlich im Windkanal geformt, um so effizient wie möglich zu sein. Weniger Windwiderstand bedeutet: Weniger Energieressourcen werden für den Vortrieb benötigt. Deshalb legen wir auf aerodynamisches Design bei all unseren Audi e-tron noch einmal ein ganz besonderes Augenmerk. Bei Elektrofahrzeugen kann die Aerodynamik – neben vielen anderen Faktoren – die Reichweite erhöhen. Wir sehen uns hier als Designer ganz klar verpflichtet.“

 

Marc Lichte Leiter Audi Design
Marc Lichte, 51, leitet das Audi Design seit 2014.
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Audi e-tron Sportback: Stromverbrauch kombiniert*: 24–20,9 kWh/100km (NEFZ); 25,9–21,1 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

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